Die Geschichte und das Dorf Schweinau

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Der Name "Schweinau" oder "Sinawe" bedeutet nur "eine saftige Wiese, um darauf Schweine zu hüten." Das Dorf Schweinau, das das Marktrecht besaß und lange Zeit zum Bistum Bamberg und später zu den Marktgrafen in Ansbach gehörte, wurde im Jahre 1899 nach Nürnberg eingemeindet. Übrigends Schweinau gehörte auch 10 Jahre (von 1796 bis 1806) zu Preuzßen. Aus dieser Zeit stammt das Liedlein „Hupf mit der Durl, tanz mit der Durl bis auf Schweinau“. Es erzählt von der Dorothea, genannt „Durl“ , die Nürberger Burschen in die Schweinauer Bordell-Wirtschaften lockte, um sie für das preußische Militär zu werben.  

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Im Jahr 1007 wurde von Kaiser Heinrich dem Frommen (Heinrich II.) das Dorf Schweinau der Dompropstei Bamberg zum Lehen gegeben. So wird Swinawe (=Schweinau) im Jahre 1185 erstmalig in den Bamberger Dom-Anniversarien namentlich erwähnt. Wie der Name schon sagt, waren die Feuchtwiesen in Schweinau Grundlage für die Schweinemast, die nicht von den Bauern, sondern den Metzgern betrieben wurde. Diese Auen wurden vom Hirtengraben durchzogen, der im Geissee mündete (heutige Geisseestraße).

Der Bereich "Hohe Marter" war der Treffpunkt, um die hohen Gäste von der Augsburger Reichsstraße her weit draußen zu begrüßen (immerhin fast eine Dreiviertelstunde vor den Stadtmauern!). Heute wäre das so, als wenn man am Münchner Flughafen jemand abholt.

Der Name "Hohe Marter" stammt von einer ziemlich hohen Steinsäule (=Marterl), auf der das Leiden und Sterben Christi dargestellt wurde. Sie wurde als Sühne für den Totschlag an einem Schweinauer Bauern im 14. Jahrhundert aufgestellt, damit dem Gewaltopfer durch Sühnezahlung des Täters der Weg zum Himmel geöffnet werde. Hintergrund war der Gedanke, dass der Täter das Opfer zwar nicht mehr lebendig machen könne, ihm aber die Hollenstrafen erspare, wenn er stellvertretend für ihn Sühne durch eine gute Tat leiste. Diese Säule stand in der Nähe des Fernsehturmes, wahrscheinlich dort, wo sich heute die Straßen nach Eibach und nach Stein trennen.